Heimatverein informiert über 210-jährige Postgeschichte in Nieheim
Eingetragen am 23.07.2014 09:48 Uhr
Rückblick im Rahmen einer Exkursion
Der Heimatverein Nieheim lud seine Mitglieder und Freunde am Sonntag, 20. Juli zu einem informativen Spaziergang in die Nieheimer Postgeschichte ein. Zahlreiche Interessenten trafen sich zunächst im Sackmuseum, um die dort gesammelten  Postsäcke aus aller Welt und historische Dokumente aus über 200 Jahre Postgeschichte in Nieheim zu besichtigen. Es folgte ein informatives Einführungsreferat durch Stadtheimatpfleger Ulrich Pieper, der bei seinen Recherchen herausgefunden hat, dass dem Kaufmann Josef Braun im Oktober 1804 die Verwaltung der Poststelle übertragen wurde. Später wurde Braun vom damaligen Gouvernement zum „Postexpediteur“ befördert. Ab 1814 leistete Braun dem König von Preußen den Eid als Postwärter und hatte dieses Amt bis zu seinem Tod 1830 inne. Ihm folgte sein Sohn Luis Braun, wußte Pieper zu berichten. Im Mai 1830 wurde eine zweispännige Fahrpost eingerichtet, die wöchentlich von Lügde nach Brakel über Nieheim verkehrte. Nach der thematischen Einführung führte ein kleiner Stadtrundgang vorbei am ehemaligen Postamt (ab 1912 - 1999) zum Haus Abthoff in der Markstraße 39, wo im Jahre 1804 die erste Poststelle im damaligen Haus der Familie Braun  in Nieheim eingerichtet wurde. Die Exkursion wurde hier zu einem besonderen Erlebnis, weil der Hauseigentümer, Franz Abthoff, die Exkursionsteilnehmer in seinem geschichtsträchtigen Haus den einzigartigen Gewölbekeller öffnete. In diesem Haus war die Postanstalt bis zum Jahre 1912 unterbracht. Zum Abschluss traf man sich zum Kaffee im Käsemuseum im dortigen Restaurant „Meilenstein“.  
Zum Foto: Die Fotomontage zeigt links das Haus Braun – heute Abthoff, Marktstr. 39 und rechts das Postgebäude an der Marktstr. / Ecke Poststr.,  wo das Postamt ab 1912 bis 1999 untergebracht war.

Fotografien und Plastiken von Sackkünstler Hans Reinard im Sackmuseum
Eingetragen am 15.05.2014 17:50 Uhr
Hans Reinard, wohl der einzige bekannte Sackkünstler in Deutschland, präsentiert seine Fotografien und Plastiken  vom 24. Mai bis 10. September 2014 im Sackmuseum in Nieheim. Viele Sackfacetten sind es, die der Gießener Künstler vor mehr als 40 Jahren auf seinen abenteuerlichen Reisen nach Indien aufspürte. Der 1942 geborene Maler, Fotograf und Bildhauer ist seit 2044 freischaffender Künstler. Auf seinen Reisen nach Indien und Nepal erlebte Reinard den Sack als Synonym für Armut, Gewalt, Angst  und schäbiger Verwundbarkeit. Einmal ächzt ein Mensch unter der Last des Sackes, den er zu tragen gezwungen ist, anderswo ist ihm der Sack Bettlaken auf offener Straße. Der Sack wird zum Sinnbild des gequälten und leidenden Menschen. „Der Fotograf machte die Säcke zum Thema seiner Fotos und bis heute ist der „Sack“ in den unterschiedlichsten Facetten der Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens geblieben“, so beschreibt der Landschaftsarchitekt Dipl. Ing Halke Lorenzen den Künstler, der  den Kontakt zum Sackmuseum hergestellt hat. Lorenzen weiter: „Den braungetönten  Fotos verleiht der Künstler etwas Metapherhaftes-Plastisches. Zu Barrikaden gestapelt, zu Haufen getürmt oder in Reihen nebeneinander aufgestellt, haben seine Sackbilder eine unmittelbare, brutale Suggestionskraft.“ In seinen Fotos gelingt es Reinard, einen bildlichen Moment derart zu verdichten, dass der Betrachter in den Bann des Fotos gezogen wird, so Halke Lorenzen.
Des Weiteren treffen die Besucher der Ausstellung im Sackmuseum auf Reinards  „Alte Säcke“ (frei nach Halke Lorenzen), die sich ganz unbekümmert zwischen und neben den alten Säcken im Museum aufhalten und nichts anderes im Sinn haben, als sich unverhohlen zwischen den alten Säcken wohlzufühlen. Mal im Kopfstand, mal in Gummilatschen, Badekappe oder mit Taucherbrille  - aus Gips modelliert. Die Besucher dürfen in jedem Fall gespannt sein auf eine neue Auflage von „ART SACCO“ – ‚Kunst im Sackmuseum‘ vom 24. Mai bis 10. September 2014. Die Vernissage findet am Samstag, 24, Mai um 16 Uhr in der Museumsdeele statt. Die Ausstellung ist geöffnet: dienstags 14  -17 Uhr, mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Sonderöffnung auf Anfrage. Weitere Infos unter Tel.: 05274 - 953639 oder info@sackmuseum.de

Mit Musik und Gesang den Mai begrüßt  - Akkordeonorchester spielte im Sackmuseum
Eingetragen am 27.04.2014 08:49 Uhr
Pünktlich zum 1. Mai traf sich der Heimatverein Nieheim in der Museumsdeele des Sackmuseum in Nieheim, Wasserstraße 6 zum gemeinsamen Frühlingssingen. Bei bunter Frühlingsblumendekoration, duftendem Kaffee und Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne kam sofort gute Laune auf. Der Singtreff wurde wieder vom Heimatverein Nieheim eV organisiert. Das musikalische Zepter hatte dabei Marianne Lippe in der Hand, die das Akkordeonorchester „El Mikado“ leitet und betreut. Die Musiker treffen sich schon seit Jahren aus reiner Freude am Instrument. Vorrang hat in jedem Fall der Spaß am Musizieren  und ein falscher Ton wird weggeschmunzelt. Gesungen wurden Lieder passend zur Jahreszeit.



„Schlaufüchse“ vom Familienzentrum Nieheim besuchen das Sackmuseum
Eingetragen am 22.03.2014 18:14 Uhr
„Schlaufüchse“ nennt sich die Gruppe von Kindern des Familienzentrum St. Nikolaus, die im Sommer dieses Jahres zur Grundschule wechseln. Schon seit einigen Jahren folgen diese Kinder einer Einladung in das örtliche Sack- und Heimatmuseum. „Kommt erst mal in die Küche!“, so wurden Hannah, Amelie, Laura, Celina, Tim, Phil  und weitere Kinder vom Museumsführer Gerhard Schütze und seinem Kollegen Rudolf Müller begrüßt. Denn, so erfuhren die Kinder, war es früher üblich, wenn man in ein Haus kam, um jemanden zu besuchen. In der Küche war es immer gemütlich und kuschelig warm.
Hier durften die jungen Besucher zu Beginn den alten Küchenherd mit weiteren Holzscheiten bestücken, um heißes Wasser für den Tee zu bereiten. Nebenbei lernten sie den Spülstein kennen und fanden heraus, was sich hinter einem Überhandtuch verbirgt. Fließendes Wasser gab es früher nicht überall im Haus und so fand eine urige Waschkommode lebhaftes Interesse, an der man sich morgens wusch. Auch die anderen Einrichtungsgegenstände der alten Bauernküche wurden von den neugierigen Kindern ausgiebig erkundet und regten zu vielen Fragen an, die vom Museumspersonal beantwortet wurden. Alle nahmen am langen Küchentisch mit der großen Bank und den alten Stühlen Platz, wo vor vielen Jahrzehnten drei Generationen beieinander saßen. Hier lernten die Kinder auch die Funktion einer alten Kaffeemühle kennen und in einem Ratespiel wurde herausgefunden, welche heute gebräuchliche Gegenstände in den Küchen ihrer Großeltern noch garnicht vorhanden waren.
In den oberen Etagen des Museums lernten die „Schlaufüchse“ den großen Strohsack kennen, der früher als Matratze diente, die Zinkwanne und das Waschbrett, welches zum Einsatz kam, als es noch keine Waschmaschine gab.  Großes Gedränge gab es vor der Vitrine mit den Spielzeugsäcken. Zurück in der Museumsküche, deutete der flötende Wasserkessel auf dem Herd an, dass der Tee zubereitet werden konnte. Bei selbstgebackenem Kuchen waren sich die Kinder einig: „Hierher müssen wir unbedingt noch einmal mit unseren Eltern und Geschwistern kommen!“

Sonderausstellung mit  Werken von Fr.-W.-Weber im Sackmuseum
Eingetragen am 21.02.2014 11:08 Uhr
Das Sackmuseum in Nieheim wartet mit einer neuen Sonderausstellung auf. Anlässlich des 120. Todestages von Friedrich-Wilhelm Weber am 5. April werden weit über 100 gedruckte Werke des Heimatdichters bis zum 27. April 2014 ausgestellt. In mehreren Vitrinen finden die Besucher von der ersten, billigen Volksausgabe des Epos ‚Dreizehnlinden‘ bis zur illustrierten Prachtausgabe von 1896 eine sehenswerte Sammlung. Darunter auch zahlreiche Gedichtbände wie : Vaterunser, Herbstblätter, Marienblumen, Herrgottblumen  sowie Bände mit Liedtexten von Fr.-W. Weber. Zu den Besonderheiten der Ausstellung zählen unter anderem stenographisch geschriebene Ausgaben von Dreizehnlinden und Goliath des Gymnasiasten Hermann Fischer aus dem Jahr 1895. Ferner wissenschaftliche Arbeiten zu Werken Webers wie:  „Die Beziehung Webers zur nordischen Dichtung“.
„Nur noch wenigen sind der Arzt, Politiker und Dichter Friedrich-Wilhelm Weber (1813 – 1894) und seine Werke bekannt“, so Ulrich Pieper, Vorsitzender des Heimatvereins Nieheim und Leiter des vereinseigenen Museums, gleichzeitig Mitglied der Webergesellschaft. Große Unterstützung beim Aufbau der Ausstellung  fand Pieper durch Wolfgang Rinschen, der ab 1980 während seiner Lehrtätigkeit in der Heimvolkshochschule Weberhaus Nieheim, dem letzten Wohnsitz Webers, Leben und Werke des  Dichterarztes intensiv zu erforschen begann.
„‚Dreizehnlinden‘ wurde zwischen 1878 und heute im Verlag Schönigh, Paderborn in über 60 unterschiedlichen Ausstattungen – völlig abgesehen von der farblichen Gestaltung der Buchdecken – veröffentlicht. Das Angebot umfasste neben der Originalausgabe (1878-1929) verschiedenen Jubiläums-, Salon- und Prachtausgaben auch billige Volks- und Schulausgaben. Nach 1928 haben 26 weitere deutsche Verlage ‚Dreizehnlinden‘ aufgelegt. Übersetzt und veröffentlicht wurde das Weber-Epos im europäischen Raum in 9 Sprachen. Die Gesamtauflage liegt bei etwa 2,5 Millionen Exemplaren“, so Rinschen in einem Begleittext zur Sonderausstellung im Sackmuseum.
Zusätzlich zu den zahlreichen Büchern werden auch Originalfotos aus Webers Wohnhaus in Nieheim gezeigt. Darüber hinaus Kupferdrucke mit Darstellungen aus dem Westfalenepos ‚Dreizehnlinden‘. Wer noch nicht mit den Werken Webers vertraut ist, dem stehen Leseproben zur Verfügung.
Die Öffnungszeiten bis Ende März 2014: Dienstag – Samstag:  14 bis 17 Uhr, Sonntag:  10 bis 17 Uhr, ab April: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Montag: geschlossen. Die offizielle Ausstellungs-Eröffnung findet im Rahmen einer Feierstunde am 5. April (Webers Todestag) statt.  Zu sehen sind die Exponate aber jetzt schon bis einschl. 27. April 2014 im Sackmuseum Nieheim, Wasserstr. 6. Infos über Tel. 05274-95 36 30



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