Fritz Eckenga: „Kleiner Saal – großes Publikum!“ Revier-Kabarettist und Literaturpreisträger im Sackmuseum
Eingetragen am 29.10.2014 18:40 Uhr
„Da bin ich ganz bei Ihnen“, wer hat diesen Satz nicht schon selbst einmal gehört? Für Fritz Eckenga ist das eine „topmoderne Einschleimerei“. Er rät seinen Zuschauern dringend dazu, sich Personen, die den Satz nutzen, vom Leib zu halten. „Wer nah bei mir ist, bestimme immer noch ich selbst.“ Der Revierkabarettist stichelt und beißt in seinem neuen Programm „Von Vorn“ und macht auch vor seinen Gästen nicht halt. Wer den Wortakrobaten live erleben wollte, hatte am 24. Oktober im Sackmuseum Nieheim die Chance dazu.
Über zweieinhalb Stunden lang philosophierte der Künstler über die Tücken der Cloud-Technik und Werbeslogans über die Liebe zu Lebensmitteln.
Von all denen, die sich heute zur Belustigung der Menschheit auf die Bühne trauen, möchte man manche nur von hinten sehen. Fritz Eckenga gehört nicht zu denen. Das mag man schon aus dem vieldeutigen Titel seines neuen Programms „Von vorn“ folgern. Und das wurde bestätigt bei seinem Auftritt auf der Kleinkunstbühne im Nieheimer Sackmuseum.
Wobei... Mit dem traditionellen Handwerkszeug (ein Mann, viele Worte, gesprochen von vorn), kommt Eckenga nicht mehr aus. Er lässt sich assistieren von der prozessorgestützten Sandra, einer Off-Stimme, deren Elektronenhirn gern mal ins Stottern kommt.
Nicht die einzige Tücke der Technik: „Hölle heißt jetzt immer öfter Cloud“, befindet Eckenga und führt aus: „Cloud ist so etwas wie brain, nur outgesourct.“ Ach, wäre das nur wahr, dann müsste man den unförmigen, grauen Klumpen nicht immer im eigenen Hirnkasten mit sich herumschleppen, die Köpfe wären leicht. Doch manchmal steht auch in der flockigsten, drahtlosen Cloud jemand auf der Leitung, was Eckenga zum Stoßgebet veranlasste: „Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich an die Wörter komm’“.
Um die wäre der 58-jährige aber auch so nicht verlegen, er schreibt nämlich sogar live. Es ist diese sanfte, böse Ironie, die den Sound des Eckenga ausmacht und auch in Briefen an die NSA, und das deutsche Volk in der Eckenga sich Sorgen macht über Deutschlands Ansehen im Ausland. Wie man da Abhilfe schaffen kann, da hat er eine geniale Idee: einfach die Pannen-Manager Mehdorn, Mappus, Nahles und Co. exportieren.
Doch Eckenga ist ein Mann mit vielen Lieben: Frauen, Pils, Borussia, nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge. Vor allem liebt er die Sprache, was ihm den Literaturpreis Ruhr eingebracht hat. Er kann sich regelrecht erregen über Satzstümpfe wie „Wir können Möbel“, denen man offensichtlich das Vollverb amputiert hat. Oder missverstehbare Floskeln wie: „Wir lieben Lebensmittel“. Zu Recht fragt er: „Gibt es schon Standesämter, auf denen man tote Schweine heiraten kann?“
„Von vorn“ ist ein geistig bereichernder Streifzug durch Politik und Sport, durch Ostwestfalen und Nordhessen, durch Lyrik und Leben. Gerade die letzten beiden holen den reisenden Künstler oft ein, besonders an Autobahnraststätten, deren Besuch er durch großzügiges Verschenken von Sanifair-Bons belegen kann. Sogar für den Betreiber von wasserlosen Erlebnis-Urimaten findet Eckenga noch sinnfällige Worte: „Wär’ das Leben nicht so schwer, wäre es wie Sanifair.“
Das Nieheimer Publikum dankte mit frenetischem Beifall, welcher mit drei Zugaben belohnt wurde. Und hier erweist sich Eckenga dann tatsächlich als Meister seines Fachs.Als Pferdesportmoderator lässt in gedrechselten Wortspielen „Topemotion und Gänshautfeeling pur“ bei der Beschreibung einer Dressur heraus. Und setzt mit der Erschaffung Westfalens durch den lieben Gott noch einen drauf: „Als der Herr Westfalen machte, setzte er sich hin und dachte, heut mach ich mir keine Sorgen und Westfalen mach ich morgen….“
Eckenga machte keinen Hehl daraus, dass er sich auf der kleinen Bühne in Nieheim besonders wohl fühlt. Er schätze die Nähe zum Publikum und dieses wiederum hatte anschließen noch ausreichend Gelegenheit,  mit dem Künstler in der gemütlichen Museumküche zu plaudern.

Herbstsaison-Eröffnung mit Literaturlesung am 19.09.2014 um 19:30 Uhr im Sackmuseum
Eingetragen am 14.09.2014 11:00 Uhr
Richard  Wiemers  liest aus "BROSS - Showdown in Schlippers"
dazu Jazzpop von und mit Dominique Soethe!
Der Kulturkreis im Heimatverein Nieheim  eröffnet sein Herbstprogramm  mit einer literarischen Lesung im vereinseigenen Sackmuseum in der Wasserstraße 6 am Freitag , 19.09. um 19:30 Uhr . Der Eintritt ist frei.

Richard Wiemers veröffentlicht mit „Bross. Showdown im Schlippers" einen rasanten Slapstick-Krimi im Periplaneta-Verlag. In seinem literarischen Debüt erschafft der Autor mit Kommissar Bross einen ungewöhnlichen und charismatischen Ermittler, der zwar ständig im Regen steht, jedoch angesichts jeder noch so brenzligen Situation immer Herr der Lage bleibt. In seinem selbstverständlich härtesten Fall muss sich der Kommissar mit den immer nassen Zigaretten und dem faltbaren Keyboard, mit drei verrückten Arabern, einem aus dem Gefängnis entflohenen Superschurken und allerlei skurrilen Gestalten herumschlagen und gerät dabei unversehens mitten hinein in eine verrückte Jagd nach einem sagenhaften Schatz. Wiemers' Krimi ist ein rasantes Leseerlebnis voller origineller Dialoge und ausgefallener Details, in dem Wortwitz und Klamauk das Zwerchfell des Lesers strapazieren und ein lakonischer Ermittler für die komischsten Momente sorgt.

Der 1957 geborene Richard Wiemers lebt mit seiner Familie in einem ostwestfälischen Kleinstädtchen und arbeitet, wenn er nicht gerade als Kabarettist, Pianist und Kontrabassist, Texter, Regisseur, Komponist und Arrangeur, Workshopleiter, Dozent für Big Band und Chor und begeisterter Tischtennisspieler seinen zahlreichen Leidenschaften nachgeht, als Lehrer für Englisch und Musik. Kommissar Bross ist ihm eines Tages zugelaufen und weicht seither nicht mehr von seiner Seite. Für das Cover konnte der Verlag einmal mehr mit Grafiker Holger Much zusammenarbeiten.

Vorankündigung: VON VORN - Fritz Eckenga am 24.10.14 um 20Uhr im Sackmuseum.
Karten gibt es im Modehaus Stamm, Nieheim, Marktstr. im Vorverkauf zu 17€.

Gemeinsam Zukunft stiften!  -  Vortag zum Thema "Bürgerstiftung"
Eingetragen am 16.09.2014 08:45 Uhr
Zum Thema "Stiftung" findet
            am Montag, den 22.9.2014 um 19.30 Uhr
            im Sackmuseum, Wasserstr. 6, Nieheim
eine Veranstaltung statt, zu der alle Bürger/innen und Interessenten aus nah und fern herzlich eingeladen sind. An diesem Abend wird die Geschäftsführerin Dr. A. Henrike Heil von der - Stiftung "Standortsicherung Kreis Lippe - Lippeimpuls" anwesend sein und referieren.Dem Interesse und der Bedeutung des Sackmuseum für Nieheim und Deutschland - sowie das Westfalen-Culinarium für Nieheim und Westfalen -
müssen wir Rechnung tragen und über den Heimatverein und die Stadt hinaus dringend handeln. Als Stadtheimatpfleger und Vors. des Heimatvereins freue ich mich über Ihre Teilnahme! Auch zur Vorbereitung dieses Abends und bei Fragen stehe ich gern zur Verfügung.
gez. Ulrich Pieper
1. Vors. des Heimatverein Nieheim

Heimatverein informiert über 210-jährige Postgeschichte in Nieheim
Eingetragen am 23.07.2014 09:48 Uhr
Rückblick im Rahmen einer Exkursion
Der Heimatverein Nieheim lud seine Mitglieder und Freunde am Sonntag, 20. Juli zu einem informativen Spaziergang in die Nieheimer Postgeschichte ein. Zahlreiche Interessenten trafen sich zunächst im Sackmuseum, um die dort gesammelten  Postsäcke aus aller Welt und historische Dokumente aus über 200 Jahre Postgeschichte in Nieheim zu besichtigen. Es folgte ein informatives Einführungsreferat durch Stadtheimatpfleger Ulrich Pieper, der bei seinen Recherchen herausgefunden hat, dass dem Kaufmann Josef Braun im Oktober 1804 die Verwaltung der Poststelle übertragen wurde. Später wurde Braun vom damaligen Gouvernement zum „Postexpediteur“ befördert. Ab 1814 leistete Braun dem König von Preußen den Eid als Postwärter und hatte dieses Amt bis zu seinem Tod 1830 inne. Ihm folgte sein Sohn Luis Braun, wußte Pieper zu berichten. Im Mai 1830 wurde eine zweispännige Fahrpost eingerichtet, die wöchentlich von Lügde nach Brakel über Nieheim verkehrte. Nach der thematischen Einführung führte ein kleiner Stadtrundgang vorbei am ehemaligen Postamt (ab 1912 - 1999) zum Haus Abthoff in der Markstraße 39, wo im Jahre 1804 die erste Poststelle im damaligen Haus der Familie Braun  in Nieheim eingerichtet wurde. Die Exkursion wurde hier zu einem besonderen Erlebnis, weil der Hauseigentümer, Franz Abthoff, die Exkursionsteilnehmer in seinem geschichtsträchtigen Haus den einzigartigen Gewölbekeller öffnete. In diesem Haus war die Postanstalt bis zum Jahre 1912 unterbracht. Zum Abschluss traf man sich zum Kaffee im Käsemuseum im dortigen Restaurant „Meilenstein“.  
Zum Foto: Die Fotomontage zeigt links das Haus Braun – heute Abthoff, Marktstr. 39 und rechts das Postgebäude an der Marktstr. / Ecke Poststr.,  wo das Postamt ab 1912 bis 1999 untergebracht war.

Fotografien und Plastiken von Sackkünstler Hans Reinard im Sackmuseum
Eingetragen am 15.05.2014 17:50 Uhr
Hans Reinard, wohl der einzige bekannte Sackkünstler in Deutschland, präsentiert seine Fotografien und Plastiken  vom 24. Mai bis 10. September 2014 im Sackmuseum in Nieheim. Viele Sackfacetten sind es, die der Gießener Künstler vor mehr als 40 Jahren auf seinen abenteuerlichen Reisen nach Indien aufspürte. Der 1942 geborene Maler, Fotograf und Bildhauer ist seit 2044 freischaffender Künstler. Auf seinen Reisen nach Indien und Nepal erlebte Reinard den Sack als Synonym für Armut, Gewalt, Angst  und schäbiger Verwundbarkeit. Einmal ächzt ein Mensch unter der Last des Sackes, den er zu tragen gezwungen ist, anderswo ist ihm der Sack Bettlaken auf offener Straße. Der Sack wird zum Sinnbild des gequälten und leidenden Menschen. „Der Fotograf machte die Säcke zum Thema seiner Fotos und bis heute ist der „Sack“ in den unterschiedlichsten Facetten der Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens geblieben“, so beschreibt der Landschaftsarchitekt Dipl. Ing Halke Lorenzen den Künstler, der  den Kontakt zum Sackmuseum hergestellt hat. Lorenzen weiter: „Den braungetönten  Fotos verleiht der Künstler etwas Metapherhaftes-Plastisches. Zu Barrikaden gestapelt, zu Haufen getürmt oder in Reihen nebeneinander aufgestellt, haben seine Sackbilder eine unmittelbare, brutale Suggestionskraft.“ In seinen Fotos gelingt es Reinard, einen bildlichen Moment derart zu verdichten, dass der Betrachter in den Bann des Fotos gezogen wird, so Halke Lorenzen.
Des Weiteren treffen die Besucher der Ausstellung im Sackmuseum auf Reinards  „Alte Säcke“ (frei nach Halke Lorenzen), die sich ganz unbekümmert zwischen und neben den alten Säcken im Museum aufhalten und nichts anderes im Sinn haben, als sich unverhohlen zwischen den alten Säcken wohlzufühlen. Mal im Kopfstand, mal in Gummilatschen, Badekappe oder mit Taucherbrille  - aus Gips modelliert. Die Besucher dürfen in jedem Fall gespannt sein auf eine neue Auflage von „ART SACCO“ – ‚Kunst im Sackmuseum‘ vom 24. Mai bis 10. September 2014. Die Vernissage findet am Samstag, 24, Mai um 16 Uhr in der Museumsdeele statt. Die Ausstellung ist geöffnet: dienstags 14  -17 Uhr, mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Sonderöffnung auf Anfrage. Weitere Infos unter Tel.: 05274 - 953639 oder info@sackmuseum.de



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